Eine kurze Beschreibung der Natur und der Landschaft im Naturpark

Der Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See (NP MSK) wird von den beiden Seen, dem flachen Malchiner See und dem rinnenartig ausgeschürften Kummerower See und den Stauchmoränen, die bis 124,5 m ü NN ( Hardtberg) erreichen, dominiert.

Beide Seen erreichen mit ihrem Wasserspiegel nur 0,2 m bzw. 0,6 m ü NN und entwässern über die Peene zur Ostsee. Aufgrund des sehr geringen Gefälles herrschen auf der Peene und dem Dahmer Kanal eine für Paddler sehr angenehme schwache Strömung. Hier kann man regelmäßig Biber beobachten. Auch der Fischotter ist hier dauerhaft vorhanden. Man nimmt an, daß der Wasserspiegel der Seen früher deutlich höher gewesen ist (bis zu 2 m). Erst mit dem Durchstich des Peenetalmoores, der Schiffbarmachung der Peene bis Malchin und der Moorentwässerung zur Torfgewinnung, sank der Wasserspiegel ab. Damit entstanden ausgedehnte Moorniederungen, die heute v.a. als Grünland, tlw. auch als Erlenwald genutzt werden. Mit der Aufgabe von Schöpfwerken und gezielter Wiedervernässungen wie z.B. im Bereich des Großen Rosin, westlich von Verchen, wird der Waldanteil vorr. noch ansteigen.

Die Stauchmoräne entstand durch Aufpressung. Die eigentliche Endmoräne liegt südlich Richtung Waren etwa auf der Höhe von Panschenhagen. Im Untergrund lagert ein plastischer Salzstock aus der Zechsteinzeit. Das Gewicht des eiszeitlichen Gletschers verformte die Erdschichten und als Druckausgleich wurde der Bereich der heutigen Stauchmoräne herausgepreßt. Durch eine umfangreiche Oberflächenerosion (d.h. die oberen Schichten wurden abgeschwemmt oder verblasen) kamen die Schichten der Kreidezeit an die Oberfläche. Bis in die 1950er Jahre wurde im Malchiner Hainholz Kreide abgebaut. Die alten Gruben sind für Besucher ausgeschildert. Diese nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden ermöglichen verschiedenen Orchideen das Auskommen. So finden sich einige interessante Vorkommen von Nestwurz und Waldvöglein an den südexponierten Hängen des NSG Rempliner Stauchmoräne.

Auch das Grund- und Sickerwasser ist kalkhaltig. Das führt stellenweise zur Ausbildung von Kalkflachmooren und vereinzelt sogar zu Kalktuffquellen. Auch hier hat sich eine typische Vegetation mit z.B. Sumpf-Glanzkraut oder Trollblume eingestellt. Die in den 1960er und 70er Jahren entdeckten und gepflegten Vorkommen der Schachbrettblume auf den Niedermoorwiesen der Seeniederung scheinen erloschen zu sein. Möglicherweise hat die Entwässerung der Böden in diesem Zeitraum ihren Anteil an der Entwicklung, aber auch der permanente Stickstoffeintrag über die Luft oder direkt über Gülleausbringung macht vielen spezialisierten Pflanzenarten zu schaffen. Weitere für den Naturlliebhaber interessante Niedermoorbereiche befinden sich nördlich des Kummerower Sees (NSG Neukalener Seewiesen mit Aussichtsturm) und entlang des Peenelaufs von Aalbude bis Demmin. Den letztgenannten Bereich erreicht man allerdings am besten mit dem Boot oder über den Wanderweg der Vorwerker Schweiz bei Demmin.

NSG Hellgrund Im Westen des Naturparks erstreckt sich eine ausgedehnte wellig-kuppige Grundmoränenlandschaft zwischen Teterow und Kuchelmiß. Dieser Bereich ist stark landwirtschaftlich genutzt und wenig bewaldet. In diese Moränenplatte ist der Teterower See eingesenkt, der über eine der beiden Westpeenen in den Kummerower See entwässert. Seine Buchten und verschilften Ufer bieten vielen Vögeln Zuflucht und Lebensraum. Die Vogelbeobachtung lohnt sich daher auch außerhalb des Vogelzuges.

Im Westen berührt der Naturpark die Nebel bei Kuchelmiß. Dieser Fluß entwässert den Krakower See und gehört ins Warnow-Flußsystem. Das berühmte Nebeldurchbruchstal bei Kuchelmiß gehört nicht mehr zum Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See.

Im Süden nimmt der Waldanteil und das Relief wieder zu. Die Pommersche Eisrandlage (ehem. ′Endmoräne′) verläuft nördlich der Müritz durch den Panschenhäger Forst, das NSG ′Wüste und Glase′ zum Nebeldurchbruchstal. Die Böden sind hier stellenweise steinig mit Ansammlungen von Blöcken. Im Panschaenhäger Forst liegt die höchte Erhebung des Naturparks mit 127,8 m südöstlich von Marxhagen. Dort finden sich auch viele kleine Waldmoore, eingebettet in ein kuppiertes Relief und ausgedehnte Buchenwälder.
Die ausgeprägte Landnutzungsgeschichte kann im Naturpark MSK an vielen Stellen durch Großsteingräber (n. Teterow, Basedow, s. Seedorf, bei Schlutow), unzählige Hügelgräber (sie haben sich v.a. im Wald erhalten, da hier nicht gepflügt wird), Wüstungen und Siedlungsreste (Kirche von Domherrenhagen), Ringwälle, mittelalterliche Landwehren (nw. Teterow, s. und ö. Malchin) nachvollzogen werden. Auch die für Mecklenburg-Vorpommern typischen unzähligen Gutsanlagen mit schloßähnlichen Gutshäusern und den zugehörigen Parkanlagen sind kulturgeschichtliche Landschaftselemente.

Das Erkunden der Naturparkregion mit dem Fahrrad und einer detaillierten Landkarte eröffnet vielfältige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Abseits der Durchgangsstraßen findet der aufmerksame Besucher zu jeder Jahreszeit überall große und kleine Kostbarkeiten zum Betrachten und Verweilen. Einige davon wurden auf den Seiten mit den Ausflugszielen dargestellt.



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