Einige ausgewählte Ausflugsziele und Vorschläge für Unternehmungen
im " Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See "
Vorgeschichtliche
Ziele in der Region des Naturparks
Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See
Die Region des Naturparks weist viele archäologische Denkmäler auf. Viele davon
sind oberirdisch nicht mehr zu erkennen, für die Wissenschaft aber oft von entscheidender
Bedeutung. Hier wollen wir uns auf einige wenige, dafür aber typische und besondere
Bodendenkmäler beschränken.
Da ist die slawische Burganlage im "Saupark" zwischen Seedorf und Basedow zu nennen. Sie liegt
direkt vor den Toren der Naturparkverwaltung und ist in Verbindung mit einem Spaziergang durch
den Schloßpark Basedow mit seinen zwei Großsteingräbern gut
zu erreichen. Ebenso sehenswert ist der alte Buchenwald mit vielen knorrigen Bäumen.
In
den Wäldern zwischen Basedow, Seedorf und Neuhäuser finden sich viele weitere
Hinterlassenschaften aus vorgeschichtlicher Zeit. An der Kreuzung nach Neu-Basedow, etwa
1,5 km südlich von Seedorf und 100m vor dem Waldrand, liegt nur wenige Meter westlich
der Landstraße ein kleines Großsteingrab. Es wurde erst beim Bau der
Landstraße im Jahre 1898 entdeckt. Da es von der Straße aus nicht zu sehen
ist, kann man es tatsächlich leicht übersehen. Man folgt einfach dem kleinen Pfad
in den Wald Richtung Malchiner See gegenüber der Kreuzung. Da auch keine geeigneten
Parkmöglichkeiten bestehen, ist es am besten im Rahmen einer gemütlichen Radtour
am Malchiner See zu besichtigen. Es handelt sich hierbei um einen Urdolmen aus der
Jungsteinzeit, also mindestens 4.000 Jahre alt. Ein sog. "Urdolmen" ist ein Hünengrab,
das aus nur einem Deckstein besteht. Es hat wahrscheinlich nur einen Toten aufgenommen
und wurde nach der Bestattung mir einem Hügel übererdet. Man nimmt an, daß diese
Form der Hünengräber sehr ursprünglich und damit eher älter ist. Auf
dem Deckstein fiinden sich sog. "Schälchen", kleine Vertiefuungen in der Oberfläche.
Sie werden als Opferschalen interpretiert, was die Vermutung nahelegt, daß der Deckstein
entweder vor seiner Verwendung als solcher benutzt wurde, oder später nicht immer
übererdet gewesen ist.
Eindrucksvoller stellt sich der Großdolmen nördlich von Teterow dar. Er
präsentiert sich besser und ist mit zwei Decksteinen auch bedeutend größer.
Auch hier sind die Decksteine mit Schälchen versehen. Dieses "Hünengrab" liegt
kurz hinter dem Stadtrand von Teterow an der Bundesstraße Richtung Laage auf der
rechten Seite, etwa 200 m von der Straße entfernt. Von der Bundesstraße ist
das Großsteingrab kaum zu übersehen. Allerdings fehlt es auch hier an einer
geeigneten Haltebucht. Am geeignetsten erscheint eine kleine Einfahrt auf der linken Seite
ca. 50 m südlich des Hinweisschildes mit Bank. Das Großsteingrab ist sowieso
nur während der vegetationsfreien Zeit zu erreichen, weil der Acker, in dessen Mitte
es liegt, bestellt wird. Wir müssen darauf hinweisen, daß das Betreten von
bestellten Äckern lt. Landesnaturschutzgesetz M-V nicht erlaubt ist. Eine Zuwegung ist
nicht vorhanden. Trotzdem oder gerade wegen der Entfernung macht dieses Großsteingrab
einen imponierenden Eindruck.
Ebenso versteckt wie das Steingrab bei Seedorf liegt die mittelaterliche Landwehr
westlich von Teterow in den Heidbergen. Man findet sie am einfachsten, wenn man von der
Bundesstraße Richtung Laage den Schildern zum "Bergring" (Motorradrennbahn) folgt.
Man kann nun auf deren Parkplatz halten und noch ein Stück die Straße, die man
gekommen ist, weiter laufen, oder bis zur Naturschutzstation weiterfahren. Dazu biegt man
kurz vor dem Waldrand nach rechts in eine Einfahrt zur "Rotes Kreuz Ausbildungsstätte"
ein. Von der Naturschutzstation aus gibt es weitere interessante Ziele. Die Landwehr folgt
hier ziemlich genau dem Waldrand nach Süden. Man kann ihr einige Kilometer lang folgen.
Landwehren gibt es in M-V mehrere (z.B. südlich Waren und bei Malchin). Sie dienten in
unruhigen Zeiten zur Sicherung der Region. Es ist interessant, daß auch heute noch
die Gemeindegrenze in etwa dem Verlauf der Landwehr folgt. Das erkennt man z.B. an dem
Grenzgraben ca. 50 m östlich der Landwehr (bezogen auf die Stelle, an der die
Rennbahnstraße aus dem Wald heraus führt). Die Heidberge sind außerdem
einen Ausflug wert, aber dafür ist eine eigene Seite in Vorbereitung.
Wieder zurück im Malchiner Raum, sind die Steinkistengräber im Hainholz (bzw.
Heidenholz) zu nennen. Sie sind auf Tafeln im Naturparkeingangsbereich "Jägerhof"
beschrieben. Dort, ca. 200 m südlich von Malchin vor dem gleichnamigen Hotel, gibt
es auch Parkplätze. Der genaue Zugang ist etwas verwinkelt und der großen Wanderkarte
dort am Parkplatz zu entnehmen. Die 4 Steinkisten im Hainholz sind ca. 3.000 Jahre alt und sehr
schön erhalten. Steinkisten sind die "jüngste" und kleinste Form der Kultur der
Großsteingräber (megalith) am Übergang zur Bronzezeit. Auf dem Rückweg
zum Parkplatz kann man vom Waldrand oberhalb von Vietzenhof (an der Dampflok; alter
Kinderspielplatz aus Holz) einen sehr schönen Blick über die mecklenburgische
Schweiz genießen.
DFr