Einige ausgewählte Ausflugsziele und Vorschläge für Unternehmungen
im " Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See "
Wüste Kirche Domherrenhagen
Das ehemalige Dorf
"Domherrenhagen" ist offensichtlich in der ersten deutschen Besiedlungsphase der
Müritzregion um 1220 gegründet worden. Der Name legt nahe, daß dieses Dorf zum
Besitz des Bischofs aus Güstrow (?) gehörte. "Hagen" bedeutet eine Waldrodung.
Die Kirche ist aus behauenen und unbehauenen Feldsteinen erbaut. Nur die Tür- und
Fensteröffnungen sowie die Bögen wurden aus Ziegelsteinen gemauert. Das Dach bestand
wahrscheinlich aus Stroh oder Reet. Der Niedergang des Dorfes Domherrenhagen ist nicht eindeutig
klar. Es wird angenommen, daß die Pest dafür verantwortlich ist. Aus dem Jahr 1458
wird berichtet, dass das Dorf von einem Reisenden wüst gefunden wurde. In diesem Jahr wurde
die Feldmark zwischen Ulrichshusen und dem heutigen Marxhagen aufgeteilt. Die erste urkundliche
Erwähnung der "Wüsten Kirche" liegt aus dem Jahr 1648 vor. Daher scheint die
Kirche im Laufe des 30-jährigen Krieges entgültig zerstört worden zu sein. Vom
Dorf selber ist heute nichts mehr erhalten, da die frühen Bauernhäuser aus Holz und
Lehm erbaut waren.
Aus der NS-Zeit
gibt es Schilderungen, daß bei der Kirche ein Kommandostand der italienischen
Truppen während eines gemeinsamen Manövers gewesen sein soll. Aus dieser Zeit stammten
angeblich mehrere italienische "Inschriften" in den alten Bäumen an der Kirche.
Zum Erhalt der Kirche hat sich ein Förderverein gegründet, der in freiwilligen
Arbeitseinsätzen das alte Gemäuer sichert. Bis auf den Triumphbogen sind diese Arbeiten
erfolgreich abgeschlossen. Außerdem wurde ein Teil der Bäume entfernt, weil sie das
Gemäuer gefährdeten.
In der Kirche finden heute u.a. wieder Gottesdienste und Konzerte statt.
Der Spaziergang
z.B. vom Schloß Ulrichshusen zur Wüsten Kirche kann in eine schöne
Wanderung durch die Kalkberge in Richtung Marxhagen (auch dort liegt ein sehenswertes Schloß)
erweitert werden. Direkt hinter der Kirchenruine liegt ein kleines Soll. Dort lassen sich viele
Libellen und oft auch schwimmende Ringelnattern beobachten. In den Kalkbergen gibt es viele
Hügelgräber aus der Bronzezeit. Die Gegend scheint ohnehin seit frühester Zeit relativ
dicht besiedelt gewesen zu sein.

DFr